Die Heule-Eule mit der Beule will knuffeln und nur Mama kann helfen

Wir haben drei Bilderbücher für Kinder zwischen 1 und 3 geschenkt bekommen, die alle nach dem gleichen Prinzip funktionieren: ein kleines Tier hat ein Problem (muss heulen, hat eine Beule, will knuffeln), verschiedene Tiere versuchen zu helfen, was immer misslingt und am Ende findet das Tier seine Mama oder aber die kommt. Und in ihrem Arm lösen sich alle Probleme. Mutmaßlich gibt es hunderte weiterer Bücher, die genauso funktionieren. Mutmaßlich spiegelt das die Lebensrealität vieler Kleinkinder wieder. Und da spricht auch wirklich nichts gegen. ABER: Muss es immer die Mama sein? Denn die Lebensrealität wird durch so Bücher ja nicht nur gespiegelt sondern auch geformt. Könnte nicht auch mal in den Armen vom Papa alles gut werden? 

Auch in anderen Büchern kommt das Motiv „Mama tröstet“ immer wieder vor. Aber über einen tröstenden Papa bin ich bei unseren Büchern noch nicht gestolpert. Und so lernen alle, Kinder, Mamas und Papas, dass das Trösten die Mama macht. Und dann dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn Kinder eher zur Mama laufen, wenn Mamas schneller aufspringen und Papas sich nicht zuständig fühlen. Klaro sind die Zusammenhänge komplexer und es hängt nicht nur an den 3 bis 20 Bilderbüchern aber einen Zusammenhang gibt es schon.

Eine rühmliche Ausnahme bildet „Wie kleine Tiere schlafen gehen“ von Marina Rachner und Ann-Kristin zur Brügge. Hier wird erzählt wie sechs verschiedene Tiere ihr kleines Kind ins Bett bringen und das sind 3 Papas und 3 Mamas. Auf der letzten Seite heißt es „und wie wird das bei uns gemacht …“ Da ist zwar dann schon eine Mama mit ihrem Kind auf dem Bild aber ich glaube, es entsteht keine Text-Bild-Schere, wenn das ein Papa vorliest. In meinen Augen zumindest ein Anfang. 

Väter Bashing in Mutti Kursen 

In meiner zweiten Runde Mutti Kurse (womit ich geburtsvorbereitende, geburtsnachbereitende und Baby-in-der-Welt-begrüßende Kurse meine) kommt mir jetzt wieder etwas unter, das mir nicht angenehm ist, nämlich das Väter Bashing. Gebasht werden die Väter weil sie nix können was mit Babys zu tun hat und wir armen Frauen alles immer alleine machen müssen. 
Dieses Bashing ist einerseits sehr gruppenidentitätsstiftend. Auch deshalb finde ich es schade, dass ich da nicht mitmachen kann, ich würde mich gerne in eine Mutti-Gruppe integrieren. Aber nicht, wenn ich dafür so tun muss als wäre mein Mann ein minderbemittelter Troll. Zugegebenermaßen hat er ein Problem mit dem was wir „Kinderklamottenmanagement“ nennen (also Einsortieren weil neu, Aussortieren weil zu klein, beim Wegräumen sauber zuordnen was welchem Kind gehört etc) und aus seinen Brustwarzen kommt keine Milch aber ansonsten fällt mir nichts ein, was er schlechter oder weniger macht als ich. Manches weniger gerne aber da haben wir vermutlich alle unsere Spezialgebiete. Und so kann ich nicht zustimmend Murmeln und wissend Nicken,  wenn die Kursleiterin sagt  „es bleibt ja eh alles an euch hängen, zeigt mir mal den Mann, der ein Geschenk für einen Kindergeburtstag kauft“. 

Allerdings weiß ich auch nicht, was ich stattdessen tun soll. In großer Runde sage ich nix, mit dem mir auf der Zunge liegenden „Frau Lehrerin, hier, ich, mein Mann ist viel toller“ integriere ich mich ja auch nicht (es sei denn es wären Gleichgesinnte da) und überzeugen, dass es auch anders geht, tue ich so auch niemanden. 

Aber langsam bräuchte ich mal n paar gute Formulierungen für Gespräche im kleinen Kreis. Was kann ich sagen, wenn eine andere Mutter sagt „Ich hatte neulich auch Rücken, aber glauben tun einem die Männer das ja nicht, da kriegt man keine Hilfe“?

Ich denke dann, mir geht es da anders und zwar nicht nur zum Glück sondern, weil ich meine Kinder mit jemandem bekommen habe, der ein ganz normaler, also verständnisvoller, empathischer, hilfsbereiter und mitdenkender Mensch ist. Einer, der mich versteht und liebt, und außerdem eine wesentliche Rolle im Leben seiner Kinder spielt. Ich schreibe jetzt bewusst nicht „spielen will“, denn ich glaube, das wollen sie alle, er hingegen tut es auch. 
Und gerne möchte ich, ohne als Besserwisserin daher zu kommen oder mich ungebührlich einzumischen andere dazu ermutigen, den Vätern ihrer Kinder innerhalb der Familie mehr zuzutrauen, bzw. mehr von ihnen einzufordern. Aber da muss ich noch ein wenig nach lockeren Formulierungen suchen. 

Wochenendidylle 

Die letzten Wochen waren anstrengend, wir hatten dauernd mehrtägigen Besuch, teils erfreulichen (Freunde), teils zumindest geplanten (Schwiegereltern) teils ungeplant-unerfreulichen (Krankheiten und Blessuren bei uns Eltern). Ich war am Freitag wirklich sehr durch und stellte mir das Wochenende mit den beiden Babys auch nicht in besonders schönen Farben vor. 

Und dann war es einfach nur toll. Ganz unaufgeregt und dabei schön und kraftspendend. Wir haben niemanden getroffen und konnten uns ganz auf die Rhythmen der Babys einstellen. Wir haben Ausflüge zu Spielplätzen und in ein zoologisches Museum gemacht. Wir haben lecker gekocht, zusammen getanzt und auf dem Sofa rumgeschlumpft. 

Ich hatte ja echt nicht damit gerechnet aber da war auf einmal eine fast schon romantische Familienidylle. 

Eine rosa Mütze ist völlig ausreichend 

Andere Mutter:Wie heißt denn dein Kleiner ? 

Ich: XY, ist n Mädchen. 

Sie: Ah, ok. 

Ich: Sie wird zweifarbig erzogen, darf auch blau anziehen. Ha ha ha . 

Sie: Das sehe ich genauso. Meine Kleine kriegt auch die blauen Hosen vom Bruder an. Wenn ich das dann mit ner rosanen Mütze kombiniere, reicht das völlig. 

Ich: [sprachlos] 

Mit den Babys im Bus

Im Moment fahre ich zweimal täglich mit den beiden Babys Bus. Das kleine Baby liegt dann im Kinderwagen und schläft (hoffentlich), das große Baby (grade 2 geworden) reist auf dem Buggy Board. Wenn es gut läuft stehenderweise sonst auch im Sitzen oder nebenher laufend, aber das ist eigentlich eine andere Geschichte. 

Es ist jedenfalls nicht so einfach, einen Kinderwagen mit Buggy Board und zwei Babys in den Bus oder aus dem Bus zu bekommen. Busfahrer:innen sind dabei keine große Hilfe. Heute sind mir innerhalb weniger Wochen zum vierten Mal die sich schon wieder schließenden Türen eines Buses in den Kinderwagen gerammt worden. Danke schön. 

Eine echte Hilfe sind allerdings tatsächlich Mitreisende. Und zwar alle. Vielleicht liegt es daran, dass das große Baby eine Grüßmaschine ist und mit penetrantem „Hallo, Hallo, Hallo“ noch aus jedem Griesgram ein Lächeln rauskriegt. Vielleicht sind Menschen auch einfach nett und hilfsbereit. Alle, die ich drum bitte, helfen bereitwillig und auch wenn wir drei mal aufgrund unvorhersehbarer Umstände (bspw. sich schließende Türen, s.o.) wild durcheinander purzeln sind helfende Hände und aufmunternde Blicke da. Das ist wirklich schön. 

Da wir immer zu ähnlichen Zeiten unterwegs sind, haben wir auch schon Bus-Bekanntschaften. So kommt es dazu, dass ich gar nicht das Gefühl habe, mit den Babys alleine unterwegs zu sein. Wirklich eine gute Sache.

Me Time (I) 

Wenn ich mir morgens den Wecker stelle, damit ich das große Baby bespaßen kann während der Mann sich für die Arbeit fertig macht und dann beide Babys noch 45 Minuten weiter schlafen, dann habe ich so richtig schön Zeit für mich. Heute: Nägel feilen und Rückenübung. Klassisches Mutti Wellness ;-). 

Externe Tastatur

Yeah, yeah, yeah, ich habe eine externe Tastatur für mein Tablet. Hoffentlich werde ich dann jetzt wieder mehr bloggen. Denn Lust dazu habe ich schon. Aber jetzt wird erstmal Serie (Breaking Bad) geschaut.